In der Weide 56  |  21037 Hamburg               040 - 317 040 50  |  mail@ackerperlen.de

Unsere WWOOFer 2017

Charlotte war unsere erste WWOOFerin in diesem Jahr. Im März kam sie zu uns. Sie studiert ganz in der Nähe, in Lüneburg, Umweltwissenschaften, hatte gerade ein Auslandssemester in Schweden verbracht und wollte nun in der Zeit bis zum Beginn den deutschen Semesters bei uns mithelfen. Erste Aufräumarbeiten auf dem Feld lagen an, außerdem mussten in einer konzertierten Aktion all unsere Gartenmöbel für die neuen Saison fit gemacht werden - das hieß: abschleifen, streichen, ölen und am Ende natürlich bewundern. Dass sich Charlotte zudem noch als Computergeek herausstellte und unser Logo mit einem Schlagschatten versah, war die Kirsche auf dem Kuchen - vielen Dank Charlotte :)

Aufmerksame Leser unserer Seite werden jetzt denke: Hä, den kenn ich doch! Und sie haben recht. Ja, Vincent aus Frankreich stieg im März erneut bei uns als WWOOFer ein. Er war ja schon im Oktober und November 2016 WWOOFer bei uns gewesen, hatte dann bei uns überwintert und half uns jetzt noch einmal bis Mitte Mai. Gemeinsam haben wir nach der langen Winterpause die Rosenkohl- und Grünkohlbeete abgeräumt, neue Beete angelegt und geharkt, Radieschen gesät, Salate gepflanzt, Kartoffeln gelegt und ganz wichtig: Unseren Folientunnel mit aufgebaut! Und weil Vincent zuvor auch geholfen hat, den gebrauchten Tunnel, den wir gekauft hatten, mitabzubauen, weiß er jetzt einfach alles darüber. Außerdem hat er geholfen, unsere Obstbäume zu beschneiden, wobei er ganz auf Muskelkraft setzte und unsere Motorsäge links liegen ließ. Leider reiste er weiter, bevor die ersten Salate und Radieschen reif waren - in der norddeutschen Kälte wächst es eben alles langsamer als in der Provence, wo Vincent herkommt. Aber er hat versprochen, er kommt wieder, um nachzuschauen, wie alles wächst - bis bald, Vincent!

Lea, eine Agrarwissenschaftsstudentin auf der Suche nach mehr Praxis, kam im April zu uns. Gemeinsam mit Vincent hat sie beim Baumschnitt mitgeholfen und die ganzen Äste und Zweige in unserem Auto zum Osterfeuer transportiert. Dank ihrer Hilfe haben wir alle Säarbeiten abschließen können. Was das heißt, kann nur einschätzen, wer einmal diese winzigen Radieschen- oder Rote Beetesamen in den Händen gehabt hat: Jedes Korn muss EINZELN in die Erde gelegt werden - definitiv nichts für Ungeduldige! Mit Lea und Vincent habe ich außerdem weiter an meinen Bienenplänen geheckt. Leas Vater ist Hobby-Imker und die Vater-Tochter-Telefonate machten Mut und Hoffnung, dass diese nützlichen Tiere sich auch bei uns wohl fühlen könnten.

Ivonne stieß im Mai zu uns. Die Finanzfachfrau hatte ihre Wohnung gekündigt, alle Sachen eingelagert und wollte hier bei uns ihren ersten Schritt in ein neues Leben wagen. Raus aus dem Büro, rein in die Natur! Zusammen haben wir den Folientunnel aufgebaut, Tomaten, Gurken und Basilikum hineingepflanzt, Bohnen und Erbsen gesät. Mit viel Liebe hat sich Ivonne um unsere Laufenten gekümmert, die in diesem Jahr ihre ersten Schneckenvertilgungs-Arbeitseinsätze hatten. Dazu hat sie sie die 500 Meter von unserem Haus zum Acker getrieben und die Tierchen folgten willig. Ob es an ihr lag oder am Hühnerfutter, das sie in ihrer Hand hatte, lass ich hier mal offen :) Kurz bevor sie wieder fuhr, hat haben wir das von Winterstürmen und Alter arg gebeutelte Dach des Hühnerstalls gedeckt, eine Arbeit an der Ivonne überraschend viel Spaß hatte - ob sie sich zukünftig in der Zimmermannszunft zu Hause fühlt? Das wird wohl die Zukunft zeigen. Wir wünschen ihr jedenfalls ganz viel Glück!

Laura und Carla kamen im Juni und waren durch ihre Expertise beeindruckend: Seit ca. einem Jahr zogen sie als WWOOFerinnen von Hof zu Hof. Dabei hatten sie Ole, einen unserer WWOOFer, im Sommer 2016 geroffen. Er hat erzählt und geschwärmt, tja, und nun waren die beiden angehenden Landwirtschaftsstudentinnen bei uns. Ohne viele Fragen, mit sonnigem Gemüt und ungeheuren Kräften meisterten sie einfach jede Herausforderung. Sie retteten sogar unseren Folientunnel, als er im Orkan, der Hamburg im Juni heimsuchte, wegzufliegen drohte, indem sie sich mit ihrem Körpergewicht dranhingen. Sie brachten die wunderbaren Pendelhacken auf unseren Hof und beschleunigten diese tägliche Plackerei um ein Vielfaches - ach, es war ein Glück, das die beiden da waren und traurig, als sie fuhren.

Unterstützt wurden die beiden durch Joscha. Der Informatikstudent, der sich nach Natur und Draußen sehnte, stürzte sich trotz diverser Allergien in die Arbeit: Rotklee-Blüten sammeln für unseren Kräutertee, Grünkohl hacken, jäten, ernten. Besondere Freude machte es ihm, mit einer Sense die bösartigen Gräser zu vernichten, die unserem Acker und ihm selbst so viel Probleme machten. Zusammen mit Carla und Laura baute er für unsere Meerschweinchen ein herrliches Außengehege, das die beiden Tierchen seitdem sehr genießen. Und auch wir haben seine ruhige, sensible Art sehr geschätzt - schade, dass er nach zwei Wochen schon weiter zog.

Antonia, die Ergotherapeutin aus Bayern, kam im Juli zu uns. Sie hatte bereits Erfahrung damit, was landwirtschaftliches Arbeiten heißt, denn sie hatte in Irland ein Jahr in einer Camphill-Gemeinde gelebt und dort mit beeinträchtigten Menschen gearbeitet. Diese Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, zeigte Antonia auch bei uns. So wurde ihr WWOOF-Aufenthalt hier schnell zum Arbeiten auf Augenhöhe. Sie litt mit uns, wenn der unendliche Regen dieses Sommers die Gurken und Tomaten angriff, sie freute sich, wenn ein Sonnentag das Pflanzen neuer Salate möglich machte und war stolz, wenn Menschen mit dem bei uns gekauften Gemüse an ihr vorbei schlenderten. Der Abschied, der uns schwer fiel, wurde gemildert durch die Aussicht, dass sie im September als Ergotherapeutin nach Hamburg zurückkommt - Job und Zimmer hat sie, wir freuen uns!!

Zusammen mit Antonia waren Rachel und ihr 15jähriger Sohn Apollinaire bei uns. Die gelernte Ingenieurin, die in Frankreich geboren worden war, aber lange in Schweden gelebt hat und lustigerweise ein Deutsch mit schwedischem Akzent sprach, wollte für sich und ihren Sohn etwas Neues ausprobieren. Und es war sehr schön, zu sehen, wie Apollinaire sich mit unserem vielfältigen Getier anfreundete: Mit den Meerschweinchen sprach, die Hühner versorgte, die Katzen bespielte. Rachel konnte sich Stunden in unserem Erbsenbeet aufhalten und hatte eine besondere Passion, dieses leckere Gemüse zu ernten und auch hinterher auszupulen. Sie war nicht zu stoppen. Als nach zwei Wochen das Experiment für die beiden zu Ende ging, war für die beiden klar: Das machen wir wieder!